Warum Nachtfotos körnig werden
Körnung ist kein Defekt Ihres Handys. So sieht ein Bild aus, wenn zu wenig Licht auf den Sensor fällt, und jede Kamera kennt das. Handys stoßen nur früher an diese Grenze.
Licht kommt als zufälliges Tröpfeln an. Bei Tag sammelt jedes Pixel reichlich Licht, und die zufällige Schwankung zwischen Nachbarpixeln ist im Vergleich zum Signal winzig. Nachts sammelt jedes Pixel viel weniger, dieselbe Zufälligkeit macht dann einen großen Teil dessen aus, was es aufzeichnet, und erscheint als Sprenkel. Das nennt man Photonenrauschen (Schrotrauschen), und keine Technik beseitigt es bei der Aufnahme: Das einzige echte Mittel ist mehr Licht.
Handysensoren und ihre Pixel sind klein. Ein Handysensor ist nur ein Bruchteil so groß wie ein Kamerasensor, und jedes Pixel ist winzig, fängt also in derselben Szene weniger Licht ein. Deshalb wirkt dieselbe Straße bei Nacht mit einer Vollformatkamera sauber und mit dem Handy körnig. Unser Leitfaden Warum Handyfotos beim Zoomen schlecht aussehen erklärt das ausführlicher.
Das Handy dreht die Verstärkung hoch. Damit eine dunkle Szene hell wirkt, erhöht die Kamera den ISO-Wert und verstärkt damit Signal und Rauschen gleichermaßen. Außerdem hält sie die Belichtungszeit kurz, damit weder Ihre Hand noch die Menschen im Bild verwischen, und das bedeutet noch weniger Licht.
Farbe leidet zuerst. In den Schatten hat die Kamera kaum Farbinformation, daher erscheint das Rauschen als rote, grüne und violette Flecken, vor allem in dunklem Himmel, an Wänden und auf Kleidung.









